Petra Mühr

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Dienstag, 09.03.2010, 23:35

Das Gut Weissenhof im Sommerg'wand.

Abgesehen davon, dass mich meine Söhne wieder mal gelehrt haben, wie die Rollenverteilung im Hause Mühr ist, nämlich ich 40plus-Mama und die beiden im Wir-reißen-der-Welt-alle-Haxen-aus-Alter ...
Was gibt’s Schöneres, als auf ein fulminantes Familien-Pressewochenende eingeladen zu werden und dahin mit einem famosen Familienauto zu reisen?

Nun gut. Es gibt sicher noch was, das so was toppen kann.

Dennoch gehört solch eine kongeniale Kombination zu den absoluten und äußerst raren Highlights meines Redakteurinnen-Daseins.

Und wenn ich oder meine kleine Familie, also meine besten Buben und ich, etwas unternehmen, läuft das ganz gern bissl außer der Norm und mitunter auffällig ab.

Wir blieben unserem Vorsatz treu.

Gleich nach dem Start aus den heimatlichen Liesinger Gefilden schliffen wir uns elegant – denn der Renault Mégane Grand Tour gehört weniger der Kategorie Racer als der Truppe der komfortablen Familie-Cars an – wir parkten uns also dezent am Supermarktparkplatz ein, um Proviant für die Fahrt zu catern.

Da der französische Charmeur noch blitzeblank war, nutzte ich die Gelegenheit für ein erstes Foto und warf mich vor ihn auf den kalten Asphalt.
Des geeigneten Blickwinkels wegen.
Die lieben Lausejungen saßen bereits wieder kuschelig mit Getränk und Weckerl im megabequemen warmen Auto und betrachteten mich lieb, während ich mir auf der zugigen Fläche alles nur Vorstellbare abfror.

„Hübsches Auto!“ grinste mir ein flirtbereiter Mann belustigt zu, während ich mich im Streusplit suhlte.

Ich, kurz vor der Unterkühlung – und eigentlich wollte ich längst über die Autobahn düsen– erwiderte nur knapp und ganz gegen meine gefällige Gewohnheit: „Würd’ ich mich sonst vor ihn in den Staub werfen?“

Der Flirtfreudige zog sofort den Rückzug an.


Let me be your Floor-mat ;-)


Raum für mehr. Den Familien-Freund gibt's ab 18.900,-

Schlechtes Timing, dachte ich unentspannt, als ich mich kalt und grantig ins Auto warf, zwischendurch und mittendrin noch Daten und Infos für zwei Autostories checkte, einige Telefonate zwecks noch ausständiger Protagonisten für Geschichten meiner Kolleginnen führte.

Der Mégane flößte mir dann unverzüglich die dringend notwendige Ruhe und Gelassenheit ein.
Geruhsam, elegant und äußerst zuvorkommend schnurrte der Grand Tourer leise und sanft über A2, S6 und weitere Pfade, so dass wir nach tatsächlichen dreieinhalb Stunden, die uns wie wenige Minuten erschienen, schließlich im Paradies ankerten.
Oder zumindest einer Vorstufe des Garten Eden.

Das Gut Weissenhof in Radstadt (www.weissenhof.at) entpuppte sich als absoluter Must-see and Must-pass-through-Place für alles und jeden.

Zwei Tage lang residierten wir geräumiger als bei uns daheim, mit zwei Badezimmern, zwei Klos, zwei Balkons, drei Flachbildschirmen. Das alles lediglich am Zimmer.


Eines der beiden Schlafzimmer.


Blick vom Balkon auf die Piste.

Auf unglaublich großer und dennoch gemütlicher Fläche entfaltete sich vor uns ein Früchtetraum mit Wellness-Oase, Beauty-Spa, Heilmassage (einzigartig!!!!), Kulinarik-Überraschungen, der Mégane in der Tiefgarage, Schwimmbad-Sensation, Eisstockbahn, Reitmöglichkeit, Loipe vor der Loggia, Golf-Platz, Fitnessraum, Billard, Tischfußball, Tischtennistisch, Kinder-Kino und wasweißichnoch.


Der wunderschöne Stadl. Den Buben ist natürlich vor allem der Skidoo aufgefallen.

Und das alles – so die Überdrübertatsache – so platziert, dass jeder das tun kann, was er will.
Unbehelligt.
Oder im Pulk.
Ganz nach Lust und Laune.

Relax-Faktor 150.

Dazu die Herzlichkeit, Fröhlichkeit und Ruhe der Hoteliersfamilie Habersatter.

Bei so viel „Pfffooaaaah-Feeling“ bewältigten wir sogar das stilvolle gemeinsame Abendessen mit den anderen geladenen Journalisten und Gutsbesitzern beinah bravourös.

„Bitte sag mir, wofür man soviel Besteck braucht“, wunderten sich beide Buben, die ihr Müsli vorzugsweise mit den Fingern verspeisen, nur kurz angesichts der vielen Gabeln, Messer, Löffel und Gläser beim feinst gedeckten Tisch.

Souverän meisterten die Jungs vier Gänge – ok, ein bissl präpariert hab ich sie davor - zauberhaft, entzückend, höflichst.

Dass sie bereits am nächsten Morgen jegliche Etikette über die Servietten warfen, weil da saß nur mehr ich mit ihnen am Tisch, ist nur mir Mama aufgefallen.

Denen werd' ich auf der Piste Pfeffer geben, dachte ich ausgeruht und bewegungshungrig.

Als sie mich nach wenigen Metern superscharfen Tempos lockerflockig übercarvten, wurde mir bewusst, dass ich nun endgültig gegen die sich immer mehr mit Testosteronfüllenden Jungs kein Schileiberl mehr reiß.

Auch während der verbleibenden Stunden, die ich mit Lesen, Saunieren, Massage und mehr genoss, wiesen mich die Burschen im Fitnessraum, am Pingpong-Table und sogar bei Level 8, einem kongenialen Kartenspiel, in die 42jährigen mütterlichen Schranken.

Sei’s drum. Das Weekend war der Überhammer.

Der Großtourige brachte uns galant nachheim.

Und ich zehre heute noch – bereits bis über beide Ohren, Hände und Hirn wieder in Sex-, Auto- & more Geschichten drin – von diesem Abstecher ins Wundervolle.

Mittwoch, 03.03.2010, 14:20

Ich habe jetzt etwas mit Reinhold Messner gemein.

Nein, ich hab’ sogar mehr als er, obwohl ich keinen einzigen Achttausender erklommen habe.

Denn der Südtiroler Extrembergsteiger hat den Yeti – und auch das nur angeblich – lediglich gesehen.

Ich hingegen hatte ein gleich mehrtägiges Date mit dem haarigen Fabelwesen.

Was unternimmt man also mit einem Schneemenschen, dessen Heimat der Himalya ist?

Nun, man – also ich – sucht Anfang März nach gerade eben einsetzendem Tauwetter mehr oder minder verzweifelt nach den letzten Schneeflecken im Wienerwald.
Um den Burschen auf seine Eiszeittauglichkeit zu überprüfen.

Und stellt während dieser Expedition fest, dass der solide Typ auch auf City-Asphalt und anderen Untergründen absolut attraktiv auffährt.

Überaus wendig, vermag er dich auf schnellstem Weg durch und aus dem dichtesten Großstadtdschungel-Stau zu manövrieren.

Dröhnt ausreichend hörbar über Tangenten-Abfahrten ins Gelände.
Um wonnig off road, über rumpelige, gatschige und gar nicht High-Heels-taugliche Pfade, durch dichtes Unterholz und abenteuerliche Feldwege zu brausen.

Jeder elegante Dandy würde da wohl den … äh … Auspuff einziehen und streiken.

Nichts so der beflügelte Berg-Kamerad.

Ein ehrlicher und aufrichtiger Kumpel, der vielleicht nicht den klassischen Schönheitsidealen entspricht.

Und wahrscheinlich nichts für Angeber, Benzinschwestern und –brüder oder solche PS-Piloten ist, die’s gern auffällig, laut und mächtig mögen.

Mit seinen treuherzigen Augen, dem verschmitzten Grinsen, dem gebührenden Raumangebot und seiner stimmigen Sparsamkeit, ohne dabei mit Annehmlichkeiten zu geizen und durchaus spritzig seinen 140 QuarterHorses freien Lauf zu lassen, ist er vielmehr ein geeigneter Gefährte für eine langjährige, unaufgeregte und problemlose Partnerschaft.



Lässt sich nicht aufs Glatteis führen, der Skoda Yeti 4x4 Experience A TDI (in dieser exklusivAusführung um € 32.000,–)


Blickt Dir in die Augen, der Gar-nicht-Kleine!


In jeder Schräg- und Schieflage behält er Contenance und Haltung!

Mittwoch, 24.02.2010, 22:43

Alljährlich regelmäßig nehme ich mir aus wirtschaftlichen Gründen vor, die alle paar Monate stattfindenden Abverkäufe zu nutzen.
Um notwendige und weniger wichtige Fetzen für die Buben – und vielleicht auch das eine oder andere Paar Schucherl oder Stieferl für mich – günstig zu erstehen.

Heuer ist es mir wieder einmal nicht gelungen.

Denn wenn ich dann endlich, so wie vor einigen Tagen, doch einmal Zeit finde und zum selbigen Moment auch Lust verspüre, sagenhafte Schnäppchen zu jagen, dann geschieht dies garantiert zum allerallerallerungeeignetsten Zeitpunkt und Ort.
Also an einem schlechtwettrigen Samstag Nachmittag in einem Einkaufscenter.

Da bereits die Anreise einem Hindernislauf gleicht, empfiehlt sich bei der Parkplatzsuche trotz mächtigen Mangels an freien Quadratmetern Autoabstellfläche Gelassenheit.
Und besser der Verzicht auf eine etwaig erspähte Lücke. Denn der Adrenalinpegel so mancher Einkaufswilliger gleicht dem eines in die Enge getriebenen Bullen, dem man gerade die Kuhkommune krallen will.

Hat man sein Auto glücklich geparkt, verstaue man sein Vermögen sicher am Körper, stopfe sich Ohropax in oder den MP3-Hörer mit der Lieblingsmusik auf die Ohren und setze eine Sonnenbrille auf.

So adjustiert entkommt man
1. dem Drang und Zwang, gleich ins erste Geschäft zu stolpern.
Weil ausschließlich jede Auslage - vom Geschirrtandler bis zur Mode-Kette - mit resch roten, gigagelben, opulent orangen und rasend rosafarbenen Megaschildern und Aufschriften wie
SALE! SALDI! SUPERSALE! ALLES RAUS! SCHLUSS AUS RAUS! Minus 10, -20, -30, -40 ja bis – 70 % !!!!!
den potenziellen Kunden in den Kaufbann zu ziehen versucht.
Oder ohnehin gleich visuell erschlägt.

2. erspart man sich so durch eine Mischung aus verkaufsstimulierenden Shop-Songs, Mall-Atmosphäre, brüllenden Kindern, kreischenden Erwachsenen usw verstopfte Gehörgänge

3. ist man nicht frustriert, weil man im Mega-Gewühl absolut keine Chance hat, zum Geschäft seiner Wahl vorzudringen. Sondern man wiegt sich im Takt und Fluss des Menschenstroms und steht dann bass erstaunt vor einem Bekleidungstisch, weil man zufällig in ein Modehaus gespült worden ist.
Horden von kauffreudigen Kunden fahren vor Deinen Augen gierig in Berge aus Hosen, Leibchen und mehr, drehen und wenden die Teile, geben dabei via Handy Anweisungen und Infos an gleichgesinnte Günstigst-Shopper und Du wirst Augen- und Ohrenzeuge von Smartphonaten a là „Du, hier beim XYZ kosten zwei Jeans nur ABC Euro! Und was? Im KLM sind sie sogar um OPQ% verbilligt? Dann nimm, ja, egal, gleich vier, na, die werden schon passen, also, wir treffen uns in 20 Minuten vorm Eingang des 0815 …“

4. versucht man nicht selbst nach passenden Pants zu fischen. Und entkommt so auch - weil man nach acht Stücken immer noch nur Größe 32 oder 46 erhascht - eklatanter Enttäuschung und wird

5. daher auch nicht sofort wieder Teil der sich träge dahin wälzenden Käuferlava und kriegt ergo auch beim nächsten vertanen Versuch, den angepeilten Laden seiner Lust zu entern, keine erste Krise.

6. Wer wieder nicht der gewünschten Ausverkaufsware habhaft werden kann, beschließt , sich zumindest einen gepflegten Cappuccino zu genehmigen. Doch auch hier no chance, das Café ist proppenvoll.

7. Da ich weder mein Bares sicher am Körper verstaut, sondern in die sauschwere Business-Bag gepfercht, auch keine Ohropax oder Lieblingsmusik im Ohr und schon gar keine Schutz-Shades vor den Augen getragen hatte, schmerzten zu diesem – relativ frühen Zeitpunkt – bereits beide Schultern, ich war kurz vor einem Gehörsturz und aufgrund der optischen Eindrücke knapp vorm Kollateral-Kollaps.

8. Bin ich unbefriedigter Kaufgelüste entschwunden. Hab mir zuhaus zuerst den Cappuccino, dann den Prosecco und als Draufgabe die Shopaholic-DVD verabreicht. Und werde

9. die mehr und weniger notwendigen Dinge wie üblich zum regulären Preis erstehen.