„Was verstehst Du eigentlich unter Treue?“ Die Penthouse-Fee nippte nett am Spritz-Aperol, die Hand auf dem Oberschenkel ihres seit einiger Zeit Allerliebsten, den sie uns stolz zur Begutachtung präsentierte.
Die Engelsgleiche – gerade noch im flott-flirthaften Gespräch mit dem Freund des Allerliebsten der Penthouse-Fee, der seine glühenden südländischen Augen nahezu nur auf sie geheftet hatte – hielt inne und richtete ihre mittlerweile ebenso glimmenden Augen nun erwartungsvoll auf mich.
Ich für mich säbelte gerade verträumt an irgendeinem Pane mit Prosciutto, süffelte süß, mit verräterischem Grinsen und ganz gegen meine Gewohnheiten schon seit Ewigkeiten an meinem einem Sommerspritzer, und blickte dabei soft, sanft und streichelweich auf die Neusiedlerischen Wasserwellen …
Wie wunderbar unwichtig alles wird, wenn man an jemanden Besonderen denkt!
Einen, der Dein Blut brodelnd lässt. Der Deinen Herzschlag erhöht. Der Lust und Leidenschaft lebt, jede einzelne Sekunde …
Aus meinem Rausch gerissen, sammelte ich mich und stammelte:
„Ähh, wie bitte? MEINE Treue??? Ich denke, wir sind hier, um deinen Zukünftigen unter die Lupe zu nehmen und unser Ketchup
(mit Senf kann das jeder, wir machen’s mit pürierten Tomaten!) abzugeben?“
„Natürlich!“, die Penthouse-Fee wippte wohlwollend mit dem hübschen Kopf.
„Aber! Süße! Wir brauchen nur in Deine grünen Augen zu blicken, um zu wissen: Da ist was im Busch. Und wir dachten, du hast Dich, trotz immerwiederundwechselnder Versuchung längst entschieden?? (http://pm.mywoman.at/stories/618366/) Also: Was ist nun mit der Treue?“
Die Engelsgleiche, mittlerweile hatte sie Sitzplatz gewechselt und sich einig an die Seite der Penthouse-Fee geschmeichelt, grinste im Gleichklang. – Ein Pas de Deux ist ein Dreck dagegen, so gleich gesinnt waren meine Schönen!
Jedoch … wo die Zauberinnen etwas vermuten, ist meist auch etwas.
Und scheinbar lächelte ich entrückt wie ein Teletubbie von einem Ohrlapperl zum anderen …
„Ohhh, Mädels“, meine Stimme wurde weich und sinnlich, die Herzblatt-Susi hätte einpacken können mit ihrer Intonation.
„Er ist … so direkt! So frech! So fesch! So fröhlich!“
„Wir wollten wissen, was Du von Treue hältst“, holte mich die Penthousefee auf den Steg der Mole Weste zurück. „Wir haben nicht nach seinen Vorzügen und Eckdaten gefragt.“
Frau!, können die streng sein, meine Göttinnen! Nun denn:
„Treue ist vor allem Treue zu sich selbst. Das hat schon Antoine de Saint-Exupéry in der ,Stadt in der Wüste’ festgestellt. Und Mädels, genau das ist es! Der Typ macht und mag wie ich Spaß und Sinnlichkeit! Das Leben im Augenblick! Egal ob er aktiv ist oder lässig in der Landschaft weilt – der ist einfach gut drauf!“
„Halleluja! Süße – unsere Süße hat’s erwischt! Und eine Lebensanleitung hat sie auch gleich parat!“ Die Engelsgleiche umarmte die Penthouse-Fee schwesterlich und verkreiselte so pathetisch die Augen, dass mir beinah schwindelig wurde.
„Also los, raus mit dem Redeschwall. Wer ist er? Was kann er? Was hat er?“
Inbrünstig legte ich los:
„Vergesst Lebensfreudeseminare – sein Smile schmilzt alle Badhairdays weg!
Legt einmal Hand an ihn – und Ihr lasst sie für immer an seinen flotten Formen!
Sein Sound – einfach sündig, einfach schön!
Er lässt dich alles andere vergessen, entführt Dich in die genialsten Gefilde des Genusses und der Lust …“
„Sie scheint kurz vor dem G-Punkt zu sein“, stellte die Penthouse-Fee trocken fest.
„Der Typ muss technische Talente ohne Ende haben“, ergänzte die Engelsgleiche nüchtern.
„…und sein Charisma! Er ist so spritzig, so jungenhaft, so …"
Meine Mädels – mit Blick auf die zusehends entmutigter linsenden lebendigen Testosteron-Typen uns gegenüber – sprangen auf, hakten mich unter und trabten Richtung Parkplatz:
„Andiamo! Avanti! Gemma’n anschau’n, den flotten Feschak! Sonst jagt Sie noch die wahren Verehrer in die Flucht!“
Das wiederum war eher unwahrscheinlich. Denn des liebesvollsten Lieblings Elise hatte an der Gesellschaft des Mazda MX-5 ebenfalls Gefallen gefunden …
Wer würd’ bei diesem Ausblick nicht hemmungs- und hoffnungslos ins Schwärmen geraten! Steg bei der Mole West in der untergehenden Julisonne. Mit Mann und Mazda. Seufz!!!!
Das Objekt der Begierde: Roter Retro Rabauke zwischen burgenländischem Maisfeld und Schafgarbe. Der Mazda MX-5, anlässlich seines 20sten Geburtstags in der limitierten Jubiläums-Edition. Feiner Fahrspaß mit 126 PS schon um € 24.190,–.
Schmelzender Smile, mit verwegenem Blick. Wendig in der Kurve, lebendig im Klang, freudig in der Beschleunigung, direkt in der Lenkung.
Auch von hinten knackig, kernig, kurvig.
Boy in Red. Bis ins kleinste Detail. Sogar der Fensterheberknopf.
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den schöneren Hintern hier im Burgenland? Links Lotus Elise, zwar schneller übers Leithagebirge bei Kaisersteinbruch, rechts Mazda MX-5, eindeutig mit keckerem und fröhlicherem Popsch!