Ok, stimmt so nicht ganz.
Bei mir lautete es: Düsseldorf, Rom. Und das auch nicht in einem, sondern innerhalb von zehn Tagen.
Das reicht dann auch wieder.
Denn so lässig Dienstreisen hin und wieder sind, so sehr können sie zur Gewalttour werden, wenn sie in für mich zu knappen Abständen aufeinander folgen. (
Denn tief in meinem Innersten bin ich doch Provinzlerin. Und in fernen Gefilden setzt, wie man gleich lesen kann, offensichtlich manchmal mein Verstand aus. )
Und wenn sie dann auch noch in der letzten Ferienwoche und ersten Schulwoche datieren! (
Denn ganz klar ersichtlich bin ich Alleingroßzieherin von zwei Jungs. Und sollte in dieser Zeit Hefte kaufen, Kleber kaufen, Geo-Dreieck kaufen. Elternabend besuchen. Und noch einem beiwohnen. Usw. )
Nun gut, wenn ich meine Grenzen nicht erkenne, krieg ich meistens auf irgendeine Art und Weise eine „vor den Latz geknallt“. Diesmal – nach Düsseldorfer Brandblasen (siehe vorige Story) – erneut körperlicher Natur.
Grund meiner Tour d‚Italy: Die FIA (Fédération Internationale de l‚Automobile) hatte nach bella Italia eingeladen. Stellte in der altehrwürdigen Stadt eine neue Studie bezüglich Sicherheit beim Auto vor. (
der Artikel dazu im nächsten Woman ).
Da die FIA Kohle genug hat, zog sie den Spaß mit Pomp und Promis auf.
Verpflichtete Top-Stars wie die Formel 1-Piloten Michael Schumacher, Giancarlo Fisichella Heikki Kovalainen, Robert Kubica und Timo Glock. Die uns Journalisten in diversen Autos, ausgestattet mit den neuesten elektronischen Sicherheits-Systemen, über einen Kurs chauffierten.
Ich hätte ja lieber eine Runde mit denen in einem F1-Boliden gedreht. Geht sich leider aus Platzgründen nicht aus.
Vollendet wurde der PS-potente Tag mit einem gaumen-erfreuenden Galadiner in einem absolut oberaffengeilen Hotel (www.romecavalieri.it).
A Waaaaahnsinn! Die Aussicht, das Pool, die Suiten! Hach…!
Tags darauf (übernachtet hab ich im ebenfalls superschicken und luxuriösen „The Duke“ www.thedukehotel.com , ebenfalls in der Villa Borghese gelegen) standen mir ein paar Stunden bis Abflug zur Verfügung.
Die ich dazu nutzen wollte, Rom wieder zu entdecken. Weil ich da vor Jahren mehrmals mit meiner ersten großen Liebe war. Und natürlich den besten Buben ein Mitbringsel mitnehmen wollte.
Da ich die ewige Stadt damals ziemlich intensiv erkundet hatten, fühlte ich mich quasi ortskundig.
Frau Oberschlau fragte also nicht im Hotel nach dem kürzesten Weg ins Zentrum – das wirklich nur den allseits bekannten Steinwurf entfernt war.
Auch nicht nach einem zielführenden Stadtplan.
Nein, ich nahm ein Heftl aus dem Zimmer mit, das eine sehr grobe Übersicht beinhaltete.
Schaff ich doch mit links, nicht?
Nicht ganz. Auch nicht mit rechts.
Die erste Stunde steuerte ich im Zickzack-Marsch in der Hotelgegend umher. Wunderte mich, dass mein Orientierungssinn, der normalerweise gut funktioniert, genau nie mit dem papierenen Wegweiser übereinstimmte.
Ich kenn also, rund ums Duke-Hotel, nun sämtliche Mistkübel, Busstationen, Hauseingänge, Bars und auch etliche Anrainer, zumindest dem Sehen nach.
Wenn ich wenigstens ein geeignetes Ziel-Geschäft gefunden hätte! Aber außer Alimentari und Cafe weit und breit nix zu finden.
Ich weiß bis heute nicht, warum mir nicht in den Sinn kam, in einen Bus zu steigen.
Oder nach dem Weg zu fragen.
Oder mich in ein Taxi zu setzen.
Das tat ich erst, als ich das dritte Mal zwei knusprige Wachposten vor einer monumentalen Villa passierte. Nämlich nicht erhobenen Hauptes mit wiegenden Hüften, sondern bereits leicht humpelnd.
Grund: meine stylischen, jedoch Billigsdorfersneakers, die für längere Fußmärshce gänzlich ungeeignet sind, hinterließen erste zarte Spuren an meinen Füßen.
Ich fragte also vier junge Mädels, wo man denn hier am besten shoppen könne. Da müsse ich ins Zentrum von Rom, meinten diese.
Haha. Was glaubten die, was ich seit 1 Stunde versuchte!
Jedenfalls machte ich dann das, was von Anfang an das G’scheiteste g’wesen wär. Stopfte den blöden Plan in den nächsten Papierkorb, fragte in einem Cafe nach und vertraute Bauchgefühl und Orientierungssinn, dass sie mich ins Herz der Stadt leiten würden.
Diese lenkten mich so was von direkt in die teuerste Einkaufsstraße, dass jedes Navi vor Neid zersprungen wäre!
Prada neben Valentino neben Luis Vuitton! Ich schwöre, mir hätte aus jedem Store mindesten ein Trum gefallen!
Leider stimmt die - gar nicht so geheime - Luxus-Sehnsucht in mir nicht mit meinem Kontostand überein.
Also trabte ich, nein schlurfte!, weil die Blasen wuchsen beständig, an Gucci & Co vorbei ins Touristen-Shop und kaufte zwei coole Roma-Pullis für die Jungs.
So schlau, billige Flip-Flops für mich zu erstehen, dafür hat's dann wieder nicht gereicht.
Und marschierte – nein, zu diesem Zeitpunkt „kräulte“ ich bereits – dann auch noch pflichtbewusst zu Fontana di Trevi (Ach ja, der kuss damals!), spanischer Treppe und Piazza di Popolo.
Das Kolosseum hätt’ ich nimmer derhatscht.
Ich hab mir also, als ich mitten in der Nacht wieder im heimatlichen Bezirk landete, meine wund gelaufenen Füße gesalbt und verpflastert.
An irgendwelche stylischen Pumps ist in nächster Zeit nicht mal zu denken.
Vor allem bleib ich jetzt mal „daham“.
und erwartest Mitleid???!! ;)
Arme Füßchen!
Aber ich glaube,egal welche Schuhe du angehabt hättest,
Blasen hättest du bei so einem gewaltigen Marsch auf jeden Fall bekommen...
Mit Highheels aber wahrscheinlich schon früher...
Gute Besserung den Fußerln!
Liebe Grüße
von uns 2
...und immer dran denken: Der Weg ist das Ziel. ;)